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Stadtwappen

Eine Einrichtung der
Stadt Gladbeck


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Stadtwappen
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Das Wappen der Stadt Gladbeck

Am 21. Juli 1919 verlieh die Preußische Staatsregierung der Stadt Gladbeck das Stadtrecht. Genau einen Monat später, ab dem 21. August 1919 wurde Gladbeck nach dem Städterecht verwaltet.
Auf Anregung des Stadtverordneten und geistlichen Rektors des St.Barbara-Hospitals, Johannes van Acken, hatte das Kölner Schnütgen-Museum gemeinsam mit der Kunstgewerbeschule einen Wettbewerb für ein Gladbecker Stadtwappen durchgeführt. Mit einem auf den 26. Oktober 1920 datierten Schreiben übersandten die Kölner insgesamt vier ausgewählte Entwürfe und baten um Zahlung der vereinbarten 1000 Mark für das “Preisausschreiben”. Ein halbes Jahr später teilten die Gladbecker den Kölnern mit, dass sich unter den eingesandten Wappen “kaum ein brauchbarer Vorschlag zu befinden” scheine. Damit war die Wappendiskussion zunächst für fünf Jahre beendet.

Erst Anfang 1926 brachten zwei Anfragen die Diskussion über ein Gladbecker Stadtwappen wieder in Schwung. Am 5. Juni 1926 meldete sich August Roth bei der Stadt. Er hatte 1924 ein Buch über die Städtewappen der Provinz Westfalen veröffentlicht. Nunmehr fragte er an, ob man zwischenzeitlich, da er “für Gladbeck leider keinen Eintrag (habe) vornehmen” können, da ihm “seiner Zeit mitgeteilt worden war, daß Gladbeck keine Wappen führe”, über ein Wappen verfüge und ob die Stadt beriet sei, ihm Akteneinsicht über die Verhandlungen zur Erstellung eines Wappens zu gewähren.

Am 17. Juni 1926 teilte die Stadt dem Karlsruher Rechtsanwalt mit, Gladbeck führe noch kein Wappen und habe auch “noch keine Verhandlungen über die Aufnahme eines Stadtwappens aufgenommen.”

Noch deutlicher und hartnäckiger warb die Leipziger Verlagsbuchhandlung Moritz Ruhl Anfang 1927 um einen Hauch von Wappen aus Gladbeck. Am 6. Februar 1927 fragte der Verlagsleiter in Gladbeck an, ob die Stadt die Genehmigung erteile, ihr Stadtwappen in das neue Verlagswerk “Europäische Städtewappen” mit aufnehmen zu dürfen. Erst auf eine Erinnerungen vom 26. März 1927 reagierte die Stadtverwaltung mit einer Antwortkarte vom 5. April 1927. Darin teilte sie mit: “Auf Ihren Brief vom 26. März teile ich ergebenst mit, daß die Frage der Einführung eines Stadtwappens hier noch nicht entschieden ist.”

Aber Moritz Ruhl ließ nicht locker. Am 12. April 1927 bohrte er nach, wann denn mit einem Wappen zu rechnen sei. Da ca. 1.200 Städtewappen Aufnahme in sein Werk finden würden, verschiebe sich die Drucklegung um etwa 1 ½ Monate. Falls Gladbeck bis dahin ein Wappen habe, könne er es gerne aufnehmen.

Doch die Stadtverwaltung konnte trotz dieses Angebots nur erwidern, “daß die Einführung eines Stadtwappens vor Drucklegung Ihres Werkes unmöglich ist.” (Abgangsvermerk auf Brief vom 25.5.1927) Ruhl blieb weiter am Ball. Am 28. April 1927 teilte er mit, dass Gladbeck umgehend nach erfolgter Wappenerstellung dieses dem Verlag mitteilen solle. Und noch am 3. September 1927 teilte der Verlag mit, man sei immer noch in der Lage, innerhalb der nächsten Wochen trotz beginnender Drucklegung das Gladbecker Wappen in das Buch aufnehmen zu können.

Auf dieses Schreiben antwortete die Stadtverwaltung am 13. September: “Die Stadt Gladbeck hat noch kein Stadtwappen. Es wird auch noch geraume Zeit dauern, bis sie ein solches gewählt hat. Zur Zeit werden Entwürfe ausgearbeitet.”

Dies war nach den Aktivitäten aus dem Jahre 1920 der erste konkrete Hinweis darauf, dass das Thema Wappen angegangen wurde.

Ende 1927 reichte der Kunstmaler Valentin Talaga zwei Skizzen für ein Wappen bei der Stadtverwaltung ein. Talaga benannte für seine Entwürfe drei Grundprinzipien, die auch als allgemeine Grundlagen der Wappengestaltung gelten können:

“1. Das Wappen muß in Wesen und Stil der Ausdruck unserer Zeit sein, ohne die Gesetze der heraldischen Tradition zu verletzen.
2. Es muß sinngemäß sein, d.h. die besondere Idee der Stadt als Wahrzeichen tragen.
3. Die Formulierung muß streng künstlerisch sein, d.h. in der Berechnung des Flächenraumes ornamentalen Gesetzen folgen.”

Talagas Entwürfe sahen so aus: Teilung des Wappenschildes durch ein Wellenband, das die Gladebecke als namensgebender Bachlauf symbolisieren sollte. Ein Wappenfeld sollte rot sein. Rot symbolisiert die rote Erde, das andere Feld sollte Schwarz sein (Kohle). Im roten Feld wurden Sichel und Ähren dargestellt, im schwarzen Feld eine stilisierte Industrieanlage. Die ornamentalen Zeichnungen auf dem jeweiligen Grund sollten silberne (=weiß) sein und entsprachen dann rot-weiß (Westfalen) und schwarz-weiß (Preußen).

Talagas Entwurf ist nicht erhalten und spielte zukünftig auch keine Rolle mehr. Dennoch haben seine Arbeiten und Aussagen unzweifelhaft dazu beigetragen, die Entstehung des Gladbecker Stadtwappens voran zu treiben. Schließlich übersandte die Stadt dem Staatsarchiv Münster, das die fachberatende Aufsicht bei der Wappengebung führte, mit Datum vom 20. Dezember 1927 zwei andere Entwürfe.

Vorgesehen waren jetzt als Stadtfarben schwarz, weiß und grün. Das Wappen sollte zweigeteilt sein. Die Teilung sollte entweder horizontal oder diagonal erfolgen und ein Wellenband (Symbol für Gladbecks namengebend Bach: die Gladbecke) darstellen. Die zwei Teile symbolisierten die ackerbautreibende Dorfgeschichte und kohleindustrielle Stadtgeschichte.
Beide Entwürfe stammten wahrscheinlich vom Stadtbaurat Korn.

Das Jahr 1928 wurde jetzt mit der Verfeinerung und allmählichen Annäherung an die endgältige Fassung verbracht. Leider gibt es so gut wie keine überlieferten Vorlagen, schriftliche Beschreibungen oder ähnliches. Mitte 1928 taucht ein Gladbecker Wappen in der Tagespresse, beschrieben auf einem Plakat zum Sportfest der Schutzpolizei im Bezirk Recklinghausen auf. (Gladbecker Zeitung, August 1928)

Die entscheidenden Hinweise und Vorschläge für die endgültige Fassung kamen jetzt aber von den Fachberatern in Münster, die ohne konkrete Vorschriften zu erteilen durchaus klare Prinzipien zu bedenken gaben. Zwischen Anfang Dezember 1928 und der Ratssitzung am 27. Dezember 1928 wurde das Wappen nach den Vorschlägen aus Münster noch einmal reduziert. Der letztendlich ausgeführte und angenommene Entwurf scheint vom Stadtarchitekten Brüeren zu stammen.

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Genehmigt wurde das Wappen vom Preußischen Staatsministerium schließlich am 17. September 1929, also mehr als zehn Jahre nach der Stadtwerdung.
Im “Meyerschen Wappenbuch der westfälischen Gemeinden” wird es folgendermaßen beschrieben: “Schild gespalten; vorn in schwarz die goldenen Bergmannshämmer, hinten in gold drei 2:1 gestellte schwarze Wolfsangeln.”

Das Wahrzeichen des Bergbaus - Eisen und Schlägel - drückt aus, dass der Steinkohlenbergbau das moderne Gladbeck entscheidend geprägt hat. Die Wolfsangeln (Jagd- und Forstgeräte) sind dem Wappen der Herren von Brabeck entnommen und symbolisieren die Zeit der feudalen Agrargesellschaft.

Die Mauerkrone war ursprünglich nicht Bestandteil des Gladbecker Wappens. Sie ist erst später ergänzt worden.